Memling, Hans

Seine Mutter war vermutlich Lucia Stirn, die in erster Ehe mit einem wohlhabenden Bürger Seligenstadts verheiratet war. Sein Vater war Hamann Momilingen. Der Vater oder beide Eltern starben 1450 oder 1451, vermutlich infolge einer damaligen Pestepidemie. Über das Milieu der Eltern ist wenig bekannt, auch ist Memlings genaues Geburtsdatum nicht bekannt, so dass sein früher Lebensweg weitgehend im Dunkeln liegt. Zuerst wird er 1465 mit dem Erwerb des Bürgerrechts urkundlich in Brügge erwähnt. 1466 bewohnte er dort ein großes Steinhaus in der Sint-Jorisstraat zur Miete, das er 1480 wohl erwarb. Später werden zwei angrenzende Häuser mit Querbau genannt, die Memling eventuell schon von Anbeginn seiner Zeit in Brügge bewohnte. In jenem Viertel von Brügge lebten damals vor allem Maler und Miniaturisten, darunter auch der Buchillustrator Willem Vrelant. Memling wäre verpflichtet gewesen, die Freimeisterschaft zu erwerben, ließ sich aber aus unbekannten Gründen bei der Brügger Zunft registrieren und hat später in seiner Werkstatt auch Gehilfen und Lehrlinge beschäftigt. 1480 wird als Lehrling ein Hannekin Verhannemann genannt, der später nicht weiter in Erscheinung trat. Vier Jahre später wird ein Passchier vander Mesch als Lehrling genannt, der ebenso unbedeutend blieb. Für dieselbe Zeit ist Michel Sittows Lehrzeit in Brügge belegt, der aufgrund von stilistischen Ähnlichkeiten als weiterer Lehrling Memlings in Betracht kommt. 1487 starb Memlings Frau Tanne, die ihm drei Kinder gebar: Hannekin, Neelkin und Chaykin. Die Kinder waren ein Jahr nach Memlings Tod 1494 noch minderjährig (unter 25 Jahre alt) und blieben bis 1509 im Besitz des Anwesens in der Sint-Jorisstraat.

Das Andenken Memlings wurde zunächst in seinem Geburtsort Seligenstadt bewahrt, wo im frühen 16. Jahrhundert noch Messen für ihn gelesen wurden. Danach geriet er vorerst in Vergessenheit. Als sein Hauptwerk haben sich vor allem Gemälde im Johannishospital zu Brügge erhalten, so dass sich bei seiner Wiederentdeckung zunächst eine rührselige Legende um den Maler sponn, der die Gemälde im Johannishospital nach einer wundersamen Heilung geschaffen haben soll. Diese Legende hielt sich lange Zeit und wurde später von weiteren Malern auch bildlich umgesetzt. Zeitweise hat man seinen Namen auch als Hemeling fehlinterpretiert, bevor die neuere Forschung die Hospitalslegende und den falschen Namen widerlegt hat.

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: Memling

: Hans


Verstorben am: 11.08.1494

Verstorben in: Brügge