18.11.2016, Anton Bruckner Privatuniversität

ANTRITTSVORLESUNG LARS E. LAUBHOLD

Pressemitteilung 11.11.2016 

ANTRITTSVORLESUNG LARS E. LAUBHOLD
Institut für Theorie und Geschichte
Interpretationsforschung und Instrumentenkunde
Mitwirkung: Valentin Steinsiek (Klavier)
Montag, 21. November 2016
19:00 Uhr, Kleiner Saal, Anton Bruckner Privatuniversität
Hagenstraße 57, 4040 Linz

Eintritt frei

"Telegramme an die Zukunft der musikalischen Vergangenheit. Zum ältesten Tondokument der Diabelli-Variationen", so lautet der Titel der Antrittsvorlesung von Lars E. Laubhold am 21. November an der Bruckneruniversität Linz. Laubholds Interesse gilt dabei Arthur Friedheims Einspielung von Beethovens Diabelli-Variationen. Sie verdient besondere Aufmerksamkeit, nicht nur, weil sie das älteste bekannte Tondokument dieses Werkes ist, sondern weil Friedheim als Schüler und Sekretär in engster Verbindung zu Franz Liszt stand. 
Lars E. Laubhold nähert sich in seiner Antrittsvorlesung quellenkritisch diesem Dokument und fragt nach der Bedeutung historischer Tondokumente für die Interpretationsweisen vergangener Zeiten. So gelten zwar die Zeugnisse von Friedheims Klavierspiel als größtmögliche Annäherung an Liszts eigene Interpretationskunst, zahlreiche quellenkritische Unsicherheiten bleiben aber bestehen. Dies führt insgesamt zur Frage nach den Grenzen analytischer Methoden zur Erforschung historischer Interpretationen. In seiner Antrittsvorlesung erläutert Laubhold die Möglichkeiten experimenteller Erweiterung der analytischen Methoden – wie sie insbesondere an einer Musikuniversität zu entwickeln sind – unter anderem in Richtung eines musikpraktischen Reenactment zur Herstellung einer klangsinnlichen Kontrollinstanz.

Zur Person Lars E. Laubhold
Der 1971 im Oderbruch östlich Berlins geborene Prof. Dr. Lars E. Laubold bekleidet seit März 2016 eine Kooperationsprofessur für Musikgeschichte mit den Schwerpunkten Interpretationsforschung und Instrumentenkunde an der Bruckneruniversität Linz sowie am Musikinstrumenten-Museum Schloss Kremsegg.
Im Alter von 10 Jahren begann Laubhold, Trompete zu lernen und entschied sich später im Laufe seines Musikstudiums an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler" in Berlin ab 1988 für einen professionellen Lebensweg im Umfeld der Musikpraxis. Er erlernte zunächst das Instrumentenmacherhandwerk in Markneukirchen, das ihn 1997 als Restaurator an das Musikinstrumenten-Museum Schloss Kremsegg bei Kremsmünster führte.
Im Jahr 2001 begann Laubhold ein Studium der Musikwissenschaft in Salzburg, wo er ab 2001 als freier Mitarbeiter des Forschungsinstituts für Salzburger Musikgeschichte das Erscheinen der neuen Salzburger Musikgeschichte (Salzburg 2005) koordinierte. Als Gründungsmitglied der RISM (Répertoire International des Sources Musicales) Arbeitsgruppe Salzburg war er von 2007 bis 2014 wissenschaflticher Mitarbeiter zweier FWF-Projekte zur Erforschung des historischen Musikrepertoires am Salzburger Dom. 
2008 war er Mitorganisator des Salzburger Symposiums Herbert von „Karajan 1908 – 1989. Der Dirigent im Lichte einer Geschichte der musikalischen Interpretation", dessen Tagungsband (Salzburg 2008) er gemeinsam mit Jürg Stenzl herausgab.
Seine Studie zum barocken Trompeterwesen „Magie der Macht" (Würzburg 2009), wurde international beachtet und mehrfach rezensiert. Es folgten diverse Publikationen als Autor und Mitherausgeber zum Themenkomplex der Salzburger Musikgeschichte, so gemeinsam mit Gerhard Walterskirchen „Klang-Quellen" (München 2010) sowie mit Eva Neumayr „Keine Chance für Mozart" (Lucca 2013).
Zuletzt erschien seine interpretationshistorische Studie „Von Nikisch bis Norrington: Beethovens 5. Sinfonie auf Tonträger" (München 2014).
Ab 2014 war er im Rahmen der Digitalen Mozartedition bei der Internationalen Stiftung Mozarteum beschäftigt.

Pressekontakt
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Presse
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Irene Pechböck, MA
Leitung
Kommunikation und Marketing
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i.pechboeck@bruckneruni.at
 


 


 


 

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