3 Galgen- und Hexenlieder

Texte von Christian Morgenstern und Wilhelm Busch

Das Stück:
Die Idee war, teils skurille, oft fast sinnfreie Texte lebendig und fast szenisch gedacht umzusetzen, idealerweise in Besetzung mit einer Frauen- und einer Männerstimme. Dazu die Tuba und viel Schlag-Instrumentarium. Texte von Christian Morgenstern und Wilhelm Busch eigneten sich hierzu bestens und so kam es zur Auswahl von zwei Tiergeschichten und einer Hexenerzählung.
Der Rabe Ralf ist der coole, während das Mondschaf ein sehr verträumtes und naives Wesen ist. Bei den Hexen geht´s hingegen rund, vor allem wenn der Teufel seine Aufwartung macht!

Christian Morgenstern (*6. Mai 1871 in München; gest. 31. März 1914 in Meran) arbeitete seit 1895 an einem Gedichtband mit Galgenliedern, welcher erstmals im März 1905 von einem Berliner Verlag veröffentlicht wurde. Die Galgenlieder sind eine Reihe von formal und inhaltlich kindlich anmutenden, sprachspielerischen Gedichten, welche oft zuerst sinnfrei erscheinen, bei denen allerdings einerseits eine interpretatorische Doppelbödigkeit gegeben ist, andererseits die Sprache selbst zum Inhalt und Anliegen der Dichtung wird. Hier wurden die beiden Lieder "Der Rabe Ralf" und "Das Mondschaft" vertont.

Der Text zum dritten Stück stammt von Wilhelm Busch

Der Rabe Ralf

Der Rabe Ralf
Will will hu hu
dem niemand half
still still du du
half sich allein
am Rabenstein
will will still still hu hu

Die Nebelfrau
will will hu hu
nimmt's nicht genau
still still du du
sie sagt nimm nimm
`s ist nicht so schlimm
will will still still hu hu

Doch als ein Jahr
Will will hu hu
vergangen war
Still still du du
da lag im Rot
der Rabe tot
Will will still still du du


Das Mondschaf

Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
Es harrt und harrt der großen Schur.
Das Mondschaf.

Das Mondschaf rupft sich einen Halm
und geht dann heim auf seine Alm.
Das Mondschaf.

Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
"Ich bin des Weltalls dunkler Raum."
Das Mondschaf.

Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn ist rot.
Das Mondschaf.


Kränzchen

In der ersten Nacht des Maien
Läßt`s den Hexen keine Ruh.
Sich gesellig zu erfreuen,
Eilen sie dem Brocken zu.

Dorten haben sie ihr Kränzchen.
Man verleumdet, man verführt,
Macht ein lasterhaftes Tänzchen,
Und der Teufel präsidiert.







für Sopran, Bariton, Tuba und Schlagwerk

Standardbild

: 2013

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Partitur

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Forum Zeitgenössische Musik